1975-2001
überarbeitet und ergänzt von Rolf Damm
1975 genauer gesagt am 19.Dezember 1975 war es, als sich Friedel Hammel, Theo Hammel, Hermann Billig, Rudi Meller, Gerd Schmidt, und Karl-Heinz Böhmer bei Friedel Hammel zu einem Frühschoppen mit Grillwürstchen trafen. Da das Wetter nicht mitspielte, wurde das Grillen kurzerhand in die Bar (auch"Sooms-Wiss-Waschküche" genannt) verlegt, wodurch der Raum bald voller Rauch war. Was lag näher, als die Bar nunmehr "Räucherstübchen" und sich selbst "Räucherjunge" zu nennen.1976 wenige Wochen nach jenem denkwürdigen Gründungsereignis, stießen Willi Effern, Josef Haas, Manfred Köln, Hans-Dieter Muders, Klaus Dumke, und Jürgen Wiedenau zu der Frühschoppenrunde. Man nannte sich nun "Karnevalsfreunde Räucherjunge", verabschiedete eine erste Satzung und nahm bereits im selben Jahr mit einem vereinsinternen Dreigestirn am Hermülheimer Karnevalstreiben teil. Die Inthronisation fand im Räucherstübchen statt. Ein von Frau Außem selbstgeschneidertes Prinzenkostüm, eine Mistgabel für den Bauern und eine wallende Perücke für die Jungfrau machten Theo Hammel, Hermann Billig und Josef Haas zu den ersten inoffiziellen Tollitäten von Hermülheim.
1977 "Tradition verpflichtet" wurde das zweite Dreigestirn mit Prinz Friedel Hammel, Bauer Karl-Heinz Böhmer, und Jungfrau Klaus Dumke in sein Amt eingeführt. Eine Tischstandarte und ein vereinseigener Orden ließen bereits im zweiten Jahr nach der Gründung "Großes" erahnen.
1978 ließ die Ortsgemeinschaft Hermülheim ein Festzelt zur Karnevalszeit aufstellen. Jeder Hermülheimer Verein hatte die Möglichkeit, das Zelt für eine Veranstaltung zu nutzen. Was lag für die "Karnevalsfreunde Räucherjunge" näher, als sich für einen Frühschoppen zu entscheiden. Das Dreigestirn der Räucherjunge mit Prinz Jürgen Wiedenau, Bauer Hans-Dieter Muders und Jungfrau Willi Effern empfing zu den Darbietungen von Musikkapellen und Tanzcorps das Kölner Dreigestirn sowie die zahlreich erschienenen Hürther Tollitäten. Das Zelt war natürlich total ausverkauft, die Räucherjunge in aller Munde und der Frühschoppen wurde zu einer jährlich wiederkehrenden Veranstaltung des Vereins. Weil die große Angst bestand, bei der Veranstaltung einen Verlust zu erleiden, hatte jeder Räucherjunge einen stattlichen Betrag in die Vereinskasse zu zahlen und Theo Hammel ließ sich zu Gunsten der Kasse sogar eine Glatze -gegen entsprechenden Obolus von seinen Mitstreitern- schneiden.
1979 als Prinz Gerd Schmidt, Bauer Hans-Dieter Muders und Jungfrau Dieter Büsgen das Narrenvolk von Hermülheim regierten, war das Räucherstübchen in Friedels Bar endgültig zu klein geworden. Nach einem kurzen Versuch mit "Freunde der Räucherjunge" ( zukünftig aktive Mitglieder ) wurde der Verein von zwölf auf achtzehn aktive Mitglieder erweitert. Mit Dieter Büsgen hatte man einen offiziellen Vereinsvorsitzenden bekommen. Um die Frage der Räumlichkeiten zu lösen, wurden zwei Räume im Zentrum von Hermülheim angemietet und mit viel Liebe zu einem gemütlichen "Räucherstübchen" umgebaut. Neben der räumlichen Ausgestaltung des "Räucherstübchens" wurden noch umfangreiche Infrastrukturarbeiten durchgeführt: Eine Betontreppe gegossen, eine Toilettenanlage gebaut, die Stromversorgung, die Wasserver- und Entsorgung durch einen 30 Meter langen Graben gelegt, der in Handarbeit (und zeitweise mit einem Bagger ) ausgehoben werden mußte. Diese Arbeiten stellten höchste Anforderungen in körperlicher und geistiger Hinsicht an die laienhaften Aktivisten. Nach dem Umbau konnten die monatlichen Treffen, eine Weihnachtsfeier und diverse Feste, dort stattfinden. Bereits jetzt gingen Vereinsaktivitäten über die Karnevalszeit hinaus: Mitglieder - und Freundesfahrten nach Cochem und Bad Ems, Vatertagstouren mit dem Rad, Planwagen oder per Schiff sowie die aktive Teilnahme an den Veranstaltungen anderer Vereine und Organisationen gaben dem Vereinsleben immer neue Impulse und die Gelegenheit zu geselligem Beisammensein.
1980 als Prinz Willi Effern das Zepter trug, Bauer Hans Hamacher den Dreschflegel schwang und Jungfrau Josef Haas Handküßchen warf , war es endlich soweit , daß man mit einer eigenen Fußgruppe und einem Großwagen am Karnevalszug teilnahm. Ob als Sonnenstudio, Vampire, Eulenspiegel, Zauberer oder Negergruppe; die "Räucherjunge" waren aus dem Karnevalstreiben nicht mehr wegzudenken.
1981 als Vampir - Fußgruppe leckte man noch mehr Blut für das karnevalistische Brauchtum und gewann viele neue Mitglieder und Freunde. Prinz Theo Hammel, Bauer Hermann Billig und Jungfrau Hans-Dieter Muders standen als Tollitäten unserem Verein vor, als man dem Drängen der zahlreichen Interessenten Rechnung trug und
1982 den Verein für inaktive Mitglieder und Frauen öffnete. Uniformen und eine in diesem Jahr von Friedel Hammel und Dieter Büsgen gestiftete Vereinsstandarte, die anläßlich der Weihnachtsfeier von Pfarrer Hilberath in der Hofburg "Zum alten Schießstand" geweiht wurde, vervollständigten das äußere Erscheinungsbild des Vereins. Die Größe des Vereins ließ die Eintragung ins Vereinsregister erfolgen, der Zusatz e.V. zierte jetzt unseren Namen. Erstmalig wurde gemeinsam mit der 1. Hermülheimer Karnevalsgesellschaft der Straßenkarneval am 11.11. zünftig eröffnet. Mit Prinz Karl Becker , Bauer Klaus Pretzsch und Jungfrau Bernhard Scharpenberg ließen wir letztmalig ein inoffizielles Dreigestirn aus unseren Reihen hochleben, denn auf der Sitzung der Ortsgemeinschaft Hermülheim war beschlossen worden, ab
1983 Hermülheim durch ein offizielles Dreigestirn vertreten zu lassen. Als ältestem Karnevalsverein in Hermülheim, wurde den "Karnevalsfreunden Räucherjunge e.V." die Ehre zuteil, die ersten Tollitäten zu stellen. Die Inthronisation von Prinz Dieter (Dieter Büsgen), Bauer Gerd (Gerd Schmidt) und Jungfrau Rudolfine (Rudolf Büscher) fand im Januar im Schulzentrum an der Sudetenstraße statt und wurde vom Vorsitzenden der Ortsgemeinschaft Hermülheim, Franz-Josef Bauer vorgenommen. Hans-Peter Hemmersbach entwarf den Orden, dessen Motiv der Torbogen der Hermülheimer Burg und das Dreigestirn waren. Das Motto "Hermülheimer Träumereien" war Wirklichkeit geworden. Johannes Hemmersbach übernahm es, als Wagenbaumeister mit zahlreichen Helfern aus einem ausrangiertem Müllwagen einen Prunk-Dreigestirnswagen zu bauen. Viele freiwillige Arbeitsstunden, Geschick und Phantasie ließen einen Wagen entstehen, der sich wirklich sehen lassen konnte und in nichts mehr an seinen Ursprung erinnerte. Selbstverständlich ließen es sich die Vereinsmitglieder nicht nehmen, "Ihr" Dreigestirn bei allen Aufzügen zu begleiten und im Karnevalszug als Lappemänner in den Vereinsfarben mit zu marschieren. Getrübt wurde die Stimmung am 19. März diesen Jahres, als es im Räucherstübchen bei einer Vereinsfeier mit Rot-Weiß-Gleuel ( deren Standarte während der Session kurz abhanden gekommen war) durch eine Gasofenexplosion außer Sachschaden auch anwesende Vereinsmitglieder und Gäste Brandverletzungen erlitten.
1984 Glücklicherweise konnte die Zeit auch diese Wunden heilen und die Aufbauarbeiten mit technischen Verbesserungen an der Heizungsanlage waren abgeschlossen und damit eine Gefahrenquelle für die Zukunft ausgeschaltet. Für diese Verbesserung mußte wiederum ein Graben durch den ganzen Hof per Hand ausgehoben werden. Diese Arbeiten wurden von den Mitgliedern in Eigenleistung durchgeführt und blieben so manchem noch für lange Zeit in den Knochen stecken. Im gleichen Jahr übernahm Hermann Billig die Vereinsführung von Dieter Büsgen und blieb bis 1986 unser Vorsitzender.
1985 war anläßlich unseres 10jährigen Bestehens die Reihe wieder an den Räucherjungen, das nunmehr dritte offizielle Dreigestirn Hermülheims zu stellen. Die Inthronisation fand am 19. Januar im neu eröffneten Bürgerhaus statt. Unter dem Motto: "Hermöllem International - mir fiere em neue Saal" traten Prinz Theo (Theo Hammel), Bauer Hermann (Hermann Billig) und Jungfrau Johanna (Johannes Hemmersbach) ihr närrisches Amt an. Das Amt des Prinzenführers bekleidete Franz-Josef Bauer. Mit etwas Wehmut hieß es nun auch für den Räucherjungen-Frühschoppen vom Zelt Abschied zu nehmen und sich im Bürgerhaus einzurichten. Daß man nun aber nicht mehr mit dem zeitraubenden Aufheizen des Zeltes und dem mühsamen Auftauen von Wasserleitungen und Abflußrohren beschäftigt war, erleichterte uns den Abschied sehr. Beim Karnevalszug wurde das Dreigestirn von einer großen Anzahl von Vereinsmitgliedern im Eulenspiegel-Kostüm und mit einem Großwagen begleitet.
1986 übernahm Gerd Schmidt von Hermann Billig das Amt des Vereinsvorsitzenden, welches er bis 1987 bekleidete. Zwischenzeitlich hatte sich in Hermülheim mit den "Fidelen Hürthern" ein weiterer Karnevalsverein gegründet, der sich der karnevalistischen Brauchtumspflege verschrieben hatte. Die Plattform für die Gestellung der Tollitäten hatte sich somit auf 3 Karnevalsvereine, die Schützenbruderschaft, den Liederkranz und die Musikfreunde Hermülheim verbreitert.
1987 übernahm es erstmals das im Vorjahr aus der Vereinsgemeinschaft hervorgegangene Festkomitee Hürth-Hermülheimer Karneval e. V. unter seinem Vorsitzenden Dieter Büsgen, die karnevalistischen Aktivitäten in Hermülheim zu planen, organisieren und durchzuführen. Um eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen den Karnevalsvereinen und dem Festkomitee zu gewährleisten, waren die 1. Vorsitzenden der Karnevalsvereine automatisch Vorstandsmitglied des Festkomitees, somit auch der Vorsitzende der Räucherjunge.
1988 hatte sich der organisatorische Rahmen des karnevalistischen Geschehens in Hermülheim (Eröffnung des Straßenkarnevals, Proklamation, Damensitzung, Prunksitzung, Karnevalsumzug und Kehraus) fest etabliert. Den Räucherjungen war es wie in den Vorjahren vorbehalten, den Frühschoppen durchzuführen. Ein stets ausverkauftes Bürgerhaus war der schlagende Beweis dafür, daß diese Entscheidung richtig war. Aber auch im Verein hatte sich eine feste Veranstaltungsfolge herausgebildet. Das Kostümfest zum 11.11., der Prinzenempfang in unserem Karnevalsquartier/Vereinslokal sowie das bunte Karnevalstreiben nach dem Karnevalsumzug waren feste Termine für alle aktiven und inaktiven Mitglieder. Zum Vorsitzenden der Räucherjungen wurde Jakob Bergs gewählt, der dieses Amt bis 1998 inne hatte.
1989 Seit vielen Jahren wirkten sie positiv für unseren Verein - die Räuchermädche -. Folgerichtig wurde nun ein längst überfälliger Schritt getan, der diesem Umstand Rechnung trug. Die Frauen/Mädcher konnten aktive Vereinsmitglieder werden. Von diesem Recht wurde sofort nach Beschlußfassung rege Gebrauch gemacht. Fortan lautete der Vereinsruf: dreimoll "Räucherjunge, Räucherjunge, Räuchermädcher". Hitzige Debatten und ein herber Rückschlag löste die plötzliche unerwartete Kündigung unseres Räucherstübchens durch den Eigentümer aus. Die Lethargie hielt aber nicht lange an und wir vereinbarten mit dem Verein für Deutsche Schäferhunde Hürth-Hermülheim e. V. den gemeinsamen Aufbau ihres neuen Vereinsheimes; als Gegenleistung bekamen wir die Mitnutzung zugesagt, und so hatten wir sehr schnell wieder ein Domizil für unsere Aktivitäten. Im Karnevalsumzug waren wir als Neger mit fahrbarem Kral vertreten, getreu unserem vereinsinternen Motto "Besuch aus Kabernet".
1990 stand ganz im Zeichen das Ausbaus unserer neuen Vereinsheimat und des von uns zu leistenden Arbeitsaufwandes. Da hieß es mal wieder Steine klopfen, Beton mischen, Mauern ziehen und Wege pflastern. Dank der entsprechenden Fachleute in unseren Reihen konnten wir bald unsere Zusammenkünfte dort abhalten, Feste feiern und unsere Weihnachtsfeier ausrichten. Viele meinten in Hermülheim, diese Leistung grenze fast an Zauberei, so daß wir dies aufnahmen und als Zauberer den Karnevalsumzug bereicherten.
1991 warf der unsägliche Golfkrieg seinen Schatten auch nach Hermülheim. Nach langen Diskussionen stand fest, daß es weder am Rhein, Main noch an der Isar einen Straßenkarneval geben wird. Durchgeführt wurden bei uns die Saalveranstaltungen und die Feiern in den Vereinskneipen. Am Tag des abgesetzten Karnevalsumzuges trafen sich alle Vereinsmitglieder im Vereinsquartier "Zum alten Schießstand" in ihren Umzugskostümen - den Clowns - , um mit Gästen und allen Tollitäten aus der Stadt Hürth zu feiern und zu tanzen.
1992 waren es wieder einmal die "Karnevalsfreunde Räucherjunge" die das Trifolium stellten: Prinz Gerd (Gerd Schmidt), Bauer Otto (Otto Winkelhag) und Jungfrau Bernadette (Bernhard Scharpenberg) traten unter dem Motto "Hermöllemer Narretei - macht Europas Grenzen frei" vor ihr Narrenvolk. Prinzenführer war Johannes Hemmersbach. In ein internationales Fahnenmeer gehüllt, begleiteten die Räucherjunge und -mädcher "Ihr" Dreigestirn. Für uns alle und unsere Tollitäten war es eine Selbstverständlichkeit, dem Dreigestirn des Vorjahres (gestellt vom Liederkranz Hermülheim) unter Prinz Bernd (Bernd Räcke) zu ermöglichen, in vollem Ornat am wieder stattfindenden Karnevalsumzug teilzunehmen. Unser Vorstand an der Spitze mit Jakob Bergs wurde wiedergewählt. Die Räuchermädche erhielten für ihr Biedermeier-Kleid, in welchem sie unser Dreigestirn begleiteten, überall großes Lob und Anerkennung.
1993 nahmen wir im weißen Overall, verschönert mit Aufklebern in unseren Vereinsfarben, am Karnevalsumzug teil. Die monatlichen Treffen in unserer Vereinsgaststätte und im Vereinsheim am Rönnchen, Vatertagstour, die Vereinstour und die endlich realisierte Herrentour festigten die Zusammengehörigkeit der Mitglieder.
1994 Als Musikclowns nahmen wir mit unserem Vereinswagen am Karnevalsumzug teil. Ein Ereignis besonderer Art fand am Samstag, dem Tag vor unserem Frühschoppen statt: Wir machten uns auf nach Cloppenburg um bei dem dort ansässigen Karnevalsverein karnevalistische Entwicklungshilfe zu leisten. Hier war es Gerd, Otto und Bernadette nach zweijähriger Pause nochmals vergönnt, in vollem Ornat auf der Bühne zu stehen und Grüße von Hermülheim an das Narrenvolk in Cloppenburg zu überbringen. Trotz Heimkehr in den frühen Morgenstunden fehlte am Morgen keiner, um gemäß Arbeitsplan am Frühschoppen mitzuwirken, so daß unserem Vorsitzenden eine Zentnerlast von den Schultern genommen wurde. Auch die Räuchermädche hatten sich mittlerweile richtig etabliert und ihre erste Mädchentour durchgeführt.
1995 Unser "Jubiläumsjahr". Entsprechend den Richtlinien des Festkomitees hatten wir uns rechtzeitig für die Gestellung des Dreigestirns angemeldet . Für die Session hatten sich Prinz Jakob (Jakob Bergs), Bauer Karl (Karl/Charly Becker) und Jungfrau Antoinette (Toni Balve) unter dem Motto "Hermöllem üvverall jeschätz - he fiert mer Fastelovend met vell Hätz" mit Prinzenführer Peter Horst jun. zusammengefunden. Begleitet wurden sie beim Karnevalsumzug von den zahlreich als Pirole gekleideten Vereinsmitgliedern. Wie 1992 hatten sich unsere "Mädche" für die Begleitung des Dreigestirns mit Frack und Zylinder besonders schick gemacht und so jeden Auftritt zu einer Augenweide werden lassen. Das Jakob Bergs nach so einer erfolgreichen Session wieder zum Vorsitzenden gewählt wurde, braucht fast gar nicht erwähnt zu werden.
Unser Dreigestirn wollte noch etwas mehr Freude schenken, indem sie eine wunderschöne Steintafel für unser Vereinslokal stifteten. Unsere Jubelfeier am 25. November wurde dank eines tollen Programmes und der Hilfe vieler Freunde zu einem vollen Erfolg. Umzugsgeübt wie wir es inzwischen waren, konnte uns auch die Kündigung unserer Wagenhalle im alten Klärwerk durch die Stadt Hürth nicht aus der Bahn werfen. Kurzerhand wurde im April der Umzug in die neue Halle bei der Landwirtschaftsfamilie Lackstetter organisiert und ausgeführt, wo wir hoffentlich wieder für viele Jahre unserem Hobby nachgehen können.
1996 Die Feierlichkeiten anläßlich unseres 20jährigen Jubiläums waren noch in guter Erinnerung, brachen wir zu neuen Ufern auf. Einige Räucherjunge setzten es sich zum Ziel, den Verein mit besonderem Engagement zu unterstützen und gründeten den "Senat der Räucherjunge". Mit Senatspräsident Werner Hau an der Spitze sollten sie in den folgenden Jahren zu einer wichtigen Säule der Räucherjunge werden. Im Karnavalsumzug trugen die "Räucherjunge und -mädche" Kostüme der letzten 20 Jahre und riefen bei Mitgliedern und Freunden wehmütige Erinnerungen wach.
1997 stiftete der Senat allen aktiven Räucherjungen und -mädchen einen neuen Halsbandorden, welcher das Emblem unseres Vereins trägt. Zur Auflockerung des Bühnenbildes bei unserem Frühschoppen wurde erstmals ein Biergarten aufgebaut, welcher auch in den Folgejahren beibehalten wurde.
1998 stand auf unserer Jahreshauptversammlung eine Neuwahl an. Jakob Bergs stand nach 10jähriger verdienstvoller Vorsitzendentätigkeit nicht mehr zur Verfügung. In Würdigung seiner Verdienste für den Verein wurde er einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neuer erster Vorsitzender der Räucherjunge wurde Rolf Damm, der unseren Verein in das neue Jahrtausend führen sollte. Der Senat übernahm den Prunkwagen der Räucherjunge in eigene Regie und sicherte dessen Neugestaltung zu, die in der Folgezeit zu unserer vollsten Zufriedenheit realisiert wurde. Als Musikclowns begleiteten wir das Dreigestirn beim Karnevalsumzug.
1999 die Räucherjunge und -mädche waren als Scheichs und Haremsdamen ein Märchen aus "1000 und einer Nacht" und bereits durch unser bevorstehendes 25jähriges Vereinsjubiläum im Jahre
2000 geprägt. Mit Prinz Johannes (Johannes Hemmersbach), Bauer Dieter (Dieter Büsgen) und Jungfrau Karla (Karl Rudolf Damm) hatten sich drei eingefleischte Karnevalisten aus unseren Reihen zusammengefunden, die unter dem Motto "Ein Freudentanz ohne Ende, Hermöllem zur Jahrtausendwende" vor das Narrenvolk traten. Wie in den Jahren zuvor, wenn ein Dreigestirn aus den Räucherjungen das Trifolium stellt, waren es die Räuchermädche in ihren eigens geschneiderten Kostümen, die bei den Auftritten für den prachtvollen Rahmen sorgten. Auf unserem Frühschoppen wurde der scheidende Bürgermeister Rudi Tonn zum Ehrenmitglied ernannt, welcher auch bei unseren Feierlichkeiten zum 25jährigen die Schirmherrschaft übernahm. Beim Karnevalsumzug begleiteten wir unser Dreigestirn als Mexikaner - innen. Erfreulich war auch die Entwicklung der Mitgliederzahl in unserem Jubiläumsjahr.
Auf unserer Jahreshauptversammlung wurde die Aufnahme eines Tanzcorps in unsere Reihen beschlossen, die unter dem Namen "Räucherflammen" eine wesentliche Bereicherung unserer Vereinsaktivitäten werden sollten. Ab unserem Festkommers im Schützenheim am 16. Dezember 2000, gilt dann unser neuer Vereinsruf "Räucherjunge - Räuchermädche - Räucherflamme". Und der 16. Dezember 2000 hatte es in sich.
Vor über 200 geladenen Gästen, Freunden und Vereinsmitgliedern wurde ein buntes Jubiläumsprogramm geboten und Schirmherr Rudi Tonn ließ 25 Jahre Räucherjunge Revue passieren.
Unsere Räucherflammen wurden mit Ihren Showtanzgruppen auf Anhieb Erftkreismeister und auf der Jubiläumsfeier traten sie erstmals in der neuen Gardeuniform auf und ließen bei so manchem Besucher die Tränen in die Augen kommen. Tränen in den Augen hatte auch unser Schatzmeister, denn die Investition in die Tanzgruppe riss ein großes Loch in unsere Vereinskasse.
Als das noch amtierende Dreigestirn 2000 den Räucherflammen den von ihnen gestifteten neuen Plaggen überreichte, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Eine besondere Ehrung widerfuhr unserem Räuchermädchen Luise Hammel (auch Sooms Wiss genannt). Sie wurde aufgrund ihrer Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt.
Die Aufnahme der Tanzgruppe in den Verein hatte für den Verein noch andere Folgen. Die Förderung der Jugend hatten wir uns ohnehin auf die Fahnen geschrieben, aber unsere Satzung war nicht ganz reif für die Anerkennung als gemeinnütziger Verein. So wurden die erforderlichen Satzungsänderungen vollzogen, wir ergänzten u.a. den Vereinsnamen auf "Karnevalsfreunde Räucherjunge Hürth-Hermülheim 1975 e.V." und ab dem 01.01.
2001 erhielten wir die vorläufige Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Der Vorstand hatte auch den Beschluß gefasst, den Räucherfrühschoppen , nach Fertigstellung des Hermann Lang Hauses auf dem neuen Schützenplatz, wieder dorthin zurück zu verlegen wo alles einmal begonnen hatte. Im Herz von Hermülheim. Unter dem Motto
"Zoröck zo der schön Zick als em Zelt noch Stimmung wohr, e su soll et widderkumme . Mer fiere all en d´r neu Schötzehall"
ging der Ruf nach Hürth-Hermülheim und es donnerte regelrecht zurück. Ein Volltreffer und die Begeisterung der Besucher ließ die Schützenhalle nahezu aus allen Nähten platzen. Die bescheidenen letzten Frühschoppen im Bürgerhaus waren vergessen. Unser Schatzmeister hatte nunmehr Freudentränen in den Augen.
Mit neuer Tanzgruppe, Mitgliedern und Freunden begleiteten wir mit fast 80 Personen in der Fußgruppe unser Ex-Dreigestirn 2000 sowie den Senatswagen im Karnevalsumzug als Chinesen.
Das Internet machte auch vor uns nicht halt und so konnten wir kurz nach Karneval mit eigener Internetseite "http://www.raeucherjunge.de" Werbung für uns machen. Ein besonderer Dank gilt hier unserem Mitglied Georg Sedlacek, der dies alles aufbaute.
Neuwahlen des Vorstandes standen dann im April auf der Jahreshauptversammlung an. Der bisherige Vorstand kandidierte erneut und so bedurfte es keiner Frage , dass der Vorstand unter der Führung von Rolf Damm für weitere drei Jahre gewählt wurde.